Eröffnungsrede

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Eröffnungsrede von Jean-Pierre Hoby, Direktor Kultur, Stadt Zürich

Eröffnung im Cabaret Voltaire, 20. November 2009

Liebe Künstlerinnen und Künstler
Meine Damen und Herren

Ich freue mich, Sie zur Eröffnung der Aktion «Raumsprung – interlokal» zu begrüssen.

«Aktion» ist wohl der richtige Ausdruck, denn es ist eine eigentliche Manifestation der Zürcher Kunstschaffenden, zumindest eines grossen Teils von ihnen. Sie wollen, dass ihre Werke gesehen werden! Und das ist gut so. Was nützt die Förderung, was nützen Kunstschulen, Weiterbildungsmöglichkeiten, Stipendien oder Atelieraufenthalte im In- und Ausland, wenn das Resultat der Anstrengungen, nämlich das künstlerische Werk, nicht sichtbar wird.

Sichtbar machen heisst Räume zur Verfügung stellen, Ausstellungen organisieren, Ateliers öffnen.

Meine Damen und Herren, Kulturförderung ist eine Investition in die Zukunft einer Gesellschaft, die angewiesen ist auf kreative Leistungen, kommunikativen Austausch, Schärfung der Sinne und Erweiterung der Perspektiven. Genau darum geht es heute in der Kulturpolitik. Die öffentliche Hand muss die Rahmenbedingungen sichern, damit Kunst entsteht und sich die Kunstschaffenden entfalten und präsentieren können. Ohne ihr Engagement ist Kultur in Frage gestellt. Ich freue mich darum sehr, dass in Zusammenarbeit mit Künstlerinnen und Künstlern, mit Kunstverbänden und mit Vertretern von Zürcher Kunstinstituten ein Weg gefunden wurde, das Zürcher Kunstschaffen einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Es ist ein Weg in drei Etappen, der kontinuierlich begangen werden sollte.
Etappe 1: Stadt organisiert die juryfreie Kunstszene
Etappe 2: Künstlerinnen und Künstler zeigen ihre Werke in ihren Ateliers
Etappe 3: Subventionierte (und auch nicht-subventionierte) Ausstellungshäuser zeigen zu einem gemeinsamen Zeitpunkt Werke von Zürcher Kunstschaffenden.

Etwas konkreter: Nach der von der Stadt vor zwei Jahren im Toni-Areal organisierten juryfreien Kunstszene laden jetzt die Kunstschaffenden die Bevölkerung zum Besuch ihrer Ateliers ein. Im kommenden Jahr dann sind die Zürcher Ausstellungshäuser eingeladen, in einer möglichst konzertierten Aktion Zürcher Künstlerinnen und Künstlern zu präsentieren. Wir sind heute also bei der zweiten Etappe angelangt, und alle möchte wissen, wie es weitergeht.